http://portal.gmx.net/sidbabhdgd.1237036570.9985.95dguy336t.69.aaa/de/themen/nachrichten/panorama/7752738-Eltern-des-Amoklaeufers-Tim-war-nie-in-Behandlung,articleset=7751752,cc=000000160300077527381mGw2A.html
Weiterhin hörte ich heute Mittag im Radio, dass sich die Politiker Bayerns wieder mit einem Verbot von den sogenannten „Killerspielen“ (wobei allen Fachkundigen klar ist, dass dieser Begriff grundsätzlich falsch ist) beschäftigen. De Facto möchten Politiker Deutschlands also die Freiheit der Bevölkerung aufgrund von nicht gerechtfertigten Begründungen weiter einschränken.Zu dem Thema habe ich einen sehr guten Kommentar auf gmx.de gefunden:
„Ich muss gestehen, der "Artikel" war wirklich sehr "interessant". Dies gilt im Übrigen auch für die anderen Meldungen seit Mittwoch zu diesem Thema.
Wenn man als rationeller Mensch sich die Informationen vor geistigem Auge Revue passieren lässt, ergibt sich eine bestimmte Mischung der Meldungen: Wir haben maximal ein viertel wahre Information, nahe 50 Prozent reißerische Propaganda, ein Teil Spekulation; was zu hundert Prozent fehlt, ist "Füllmasse". Man nennt dies in der Medienwissentschaft "Agenda Setting". Platt gesagt, dem Konsumenten wird das serviert, was bei diesem die größte Aufmerksamkeit weckt: Tod, Mord, Anormalitäten.
Gibt es gerade keinen Krieg, wird über die "schändliche Jugend" berichtet, die nur "säuft", "Drogen nimmt" oder "gewalttätig" ist. Haben wir letzteren Fall, gilt für die Medien die Maxime, "Verbietet die gewaltverherrlichenden "Killerspiele"".
Garniert wird diese Forderung mit den Jugendlichen, die in der Münchener U-Bahn "Greise zermahlen" und töten (vielleicht überleben die Opfer auch, wäre für die Medien aber Schade, gäbe es nicht so viel zu zerreißen!), die, die sich gegenseitig verprügeln und die "Prügelvideos" ins Internet stellen oder eben diese Jugendlichen, die das große Finale, den "Amoklauf" wählen (Ist eigentlich jemanden aufgefallen, wie sehr die "Finanz- und Wirtschaftskrise" in den Hintergrund gerückt ist; fallen gelassen, die Meute stürzt sich auf neues rohes Fleisch!).
Um auf die "gewaltverherrlichenden "Killerspiele"" zurückzukehren, sollte man sich einmal überlegen, was das eigentlich bedeutet: Per Definitionem ist gewaltverherrlichend ein Zustand bzw. ein Problem, das nur dann lösbar ist, wenn man als einzige Option die Gewalt hat, oder die dargereichte gewaltsame Lösung glorifiziert wird. Hier gibt es nun ein kleines Problem: Diejenigen, die diese Spiele kennen (vorsichtige Schätzung mehr als 90 Prozent der jüngeren Bevölkerung (um 18)), werden mir beipflichten, dass der Prozess des Tötens nicht glorifiziert wird, sondern eher die einzige Lösung ist, das Spiel zu gewinnen. Es ist also "gewaltverherrlichend", weil nur mittels Gewalt gewonnen werden kann.
Diese These betrachte ich jetzt als Grundlage für meine nächste: "Jedes Spiel, das partiell oder uniform nur mittels Gewalt jeglicher Form zu gewinnen ist, wird als "gewaltverherrlichend" deklariert. Auf dem ersten Blick fallen einem da natürlich die "Killerspiele" ein. Doch je direkter man nach diesem Kriterium Spiele durchforscht, wird schnell ersichtlich, dass so gut wie alle Spiele "gewaltverherrlichend" wären: Rollenspiele wie "World of Warcraft", Flugsimulationen, dei denen man im II. Weltkrieg Flugzeuge mittels eines Flugzeuges abschießt (deutlicher Tötungsprozess, aber maximal ab 12), selbst Aufbausimulationen oder Handelssimulationen werden zu einem "gewaltverherrlichendem" Spiel, sobald man mit Waffengewalt gegen Piraten angeht. Auch wenn bei letzteren der "Tötungsprozess" nicht "blutig" vorgestellt wird, es bleibt immer noch derselbe. Mit dem kleinen Anhängsel "gewaltverherrlichend" kann man, wenn man solche Spiele verbieten wollte, gewiss weit über 90 Prozent der ab sechs Jahren freigegebenen Spiele verbieten!
Man muss vorsichtig mit der Art der Formulierung sein!
Diese reißerische Aufmachung ""Killerspiele" machten uns zu potentiellen Mördern" entsteht lediglich durch den Generationenkonflikt. Vor 30 bis 40 Jahren waren Western vor allem bei Jüngeren sehr beliebt. Die Eltern dieser Kinder hingegen nicht begeistert. Diese Filme waren zu "gewaltverherrlichend". Heute sagen viele Jugendliche, diese Filme seien Langweilig. Stattdessen fänden sie meinetwegen "Rambo" interessanter, während viele Eltern (die Kinder von damals!!!) diese viel zu brutal fänden.
"Gewaltverherrlichung", "Brutalität" et cetera wird in diesem Fall nur als Vorwand benutzt, um die Kinder sich anzunähern. Die Kinder verlangen aber Unabhängigkeit, erlangen diese durch Verfremdung von den Eltern. Das Mittel zum Zweck: "Killerspiele", die die Eltern nicht verstehen.
Ein Verbot dieser Spiele bringt aus mehreren Gründen also nichts. Er ist lediglich Teil der Reifwerdung.
Um nun aber den Bogen zu dem aktuellen Problem zu schlagen: Viele verstehen keine "Amokläufer". Mit "Viele" ist hier vor allem die Elterngeneration gemeint. Da sie die "Amokläufer" nicht verstehen und auch die "Killerspiele" nicht verstehen, werden diese miteinander verknüpft; warum auch nicht, schließlich hatte jeder "Amokläufer" irgendeine Version dieser Spiele? (Anm.: Dies ist kein Angriff an die Elterngeneration, lediglich eine natürliche Feststellung) Doch an diesem Punkt werden Symptom und Ursache zweier "Krankheiten" vertauscht und verknüpft. Die Benutzung von "Killerspielen" ist das Symptom für Jugendliche, die erwachsen werden, allerdings hat es Nichts mit dem "Amoklauf" zu tun. Es ist weder Symptom noch Ursache.
Eine andere Frage geisterte noch in diesem Zusammenhang durch die Medien: Was kann man tun, um soetwas zu verhindern?
Verbote am Kern dieser Sache jeglicher Art sind hier eher unwirksam. Wenn man allerdings bedenkt, dass viele dieser Täter nach medialer Aufmerksamkeit streben, die sie in bisher jedem Fall bekommen haben, könnte man als wirksames Mittel fordern, Berichte ÜBER diese Thematik zu verbieten.
Doch dann stellt sich die Frage, wollen wir unabhängige Medien oder versuchen "Amokläufe" zu verhindern? (Zitat von http://meinungen.gmx.net/forum-gmx/post/4796579?sp=7609 - verfasst von Lappland)
Ich selber weiß die wahre Ursache von solchem Übel, doch diese werde ich hier nicht öffentlich schreiben.
Mit freundlichen Grüßen
Euer Vendetta, Blutrache der Wölfe